Blogwichtel: Esel-Erfahrungen in Peru    

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In meinem Netzwerk Texttreff ist es eine schöne Tradition, sich in der Weihnachtszeit mit Geschenkartikeln für den eigenen Blog zu verwöhnen. Blogwichteln nennen wir das. Sabine Olschner hat mir nun einen Blogpeitrag über Esel-Erfahrungen in Peru geschenkt. Auf Sabines Blog Ferngeweht möchte die reisefreudige Journalistin bei ihren Lesern Fernweh wecken und sie motivieren, mal wieder auf Reisen zu gehen. Vielen Dank, liebe Sabine!

Einen ganzen Urlaub lang mit Eseln zu wandern, wie es Christine mit ihrer Familie gemacht hat, auf die Idee bin ich noch nicht gekommen. Einmal jedoch hätte ich mir durchaus einen Esel auf meiner Wanderung gewünscht – leider war genau dann weit und breit keiner zu finden. Und wahrscheinlich war das auch besser so …

Es war am Colca Canyon in Peru. Drei Tage lang wollten wir dort wandern gehen: einen Tag in die Schlucht hinein, einen zweiten durch die Schlucht hindurch und einen dritten wieder hinaus. Schon bevor es überhaupt losging, war ich etwas kurzatmig – denn der Startpunkt der Wanderung lag auf rund 3000 Metern Höhe. Kein Problem, dachte ich, schließlich sollte es in den nächsten Stunden ja weiter hinuntergehen. Das tat es auch – aber wie!

Der Weg hinab in die Colca-Schlucht war ein einziges Geröllfeld. Kaum ein Schritt, bei dem wir nicht rutschten, und ständig mussten wir auf unsere Füße schauen, um nicht umzuknicken. Stück für Stück tasteten wir uns weiter die spitzen Felsen und Steine entlang. Hin und wieder mussten wir uns auf dem schmalen Pfad ganz dünne machen – nämlich dann, wenn uns ein paar Esel entgegenkamen, die Lasten aus der Schlucht nach oben transportierten. Unsere Wanderführerin berichtete, dass man diese Esel auch zum Reiten mieten könne. Heureka, das war meine Rettung! Denn anders würde ich den Weg aus der Schlucht hinaus niemals bewältigen können!

©Sabine Olschner

An unserem ersten Übernachtungsort angekommen, fiel ich direkt ins Bett, um am nächsten Tag die zweite Etappe anzugehen. Diese war erstaunlich leicht, denn es ging mehr oder weniger auf einer Ebene den Canyon entlang. Übernachtet wurde abends in einer kleinen Oase am Fluss. Doch die Nacht war kurz. Bereits um zwei Uhr in der Früh wurden wir geweckt: 2000 Höhenmeter lagen vor uns. Auf nüchternen Magen, versteht sich, denn um diese Zeit schlief noch jeder in der Unterkunft, an Frühstück war nicht zu denken. Ebenso wenig wie an einen Esel. Den Grund, dass es hier keine Lastenesel gab, erfuhr ich kurz darauf beim Aufstieg: Auf einem enorm steilen Weg ging es in engen Serpentinen den Berg hinauf. Anfangs beleuchtete noch der Vollmond unseren Weg. Sobald wir um den Berg herumwaren, wurde es jedoch stockfinster – und natürlich gab genau jetzt meine Taschenlampe den Geist auf. Doch wir mussten trotzdem schnell weiter, denn schon um sechs Uhr am Morgen fuhr unser Bus, der uns zurück nach Arequipa bringen sollte.

©Sabine Olschner

©Sabine Olschner

Ziemlich kaputt kamen wir mit den ersten Sonnenstrahlen am oberen Rand der Schlucht an, wo wir gerade noch Zeit für ein schnelles Frühstück hatten, bevor der Bus um die Ecke bog. Erschöpft ließen wir uns in die Sitze fallen. Und nach Christines Geschichten mit ihrem Bronco ich bin sicher: Diesen Bus hätten wir mit Esel nicht bekommen, weil dieser unseren Parforceritt den Berg hinauf nicht mitgemacht hätte. Der wäre einfach stehengeblieben und hätte auf stur gestellt. Tja, wenn man nicht alles selber macht …

Meinungen (2)

  1. Vielen Dank, dass ich bei Dir zu Gast sein durfte!

  2. Aber sehr gerne! Und auch gerne wieder!

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