Dohle an Seil und Klettern bei Kälte    

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Außer MIT* Kindern, kann man natürlich auch mal OHNE sie unterwegs sein. Das durfte ich am vergangenen Wochenende. Geplant war ein Kletterwochenende mit Hosentest vom Online-Shop Fifty Five** im Rofan – die Wettervorhersage war herbstlich prächtig. Auf unserem Stützpunkt, der Erfurter Hütte, kehrten wir bei Ankunft gegen Mittag erstmal ein, weil es draußen eher wolkenverhangen-frisch war. So blieb es auch. Den restlichen Tag. Und auch den nächsten Tag. Aber der Reihe nach. Für eine größere Klettertour war es definitiv zu frisch – und außerdem sollte es ja am nächsten Tag (noch) viiiel besser werden. Also begnügten wir uns mit einigen netten Sportkletterrouten. Nicht nur die Hose, auch meine neuen Kletterschuhe wollten eingeweiht werden und zeigten gleich mal, welche Haftkraft sie haben. Der Tritt in eine Rille endete damit, dass ich meinen Fuß partout nicht mehr herausbekam. Kurzerhand zog ich den Schuh aus und versuchte, strumpfsockig an der Wand hängend, mein Glück mit den Händen. Selbst das gestaltete sich schwierig, doch nach einigem Fluchen und Jammern hatte ich den Schuh wieder in der Hand. Immerhin wurden meine bis dato praktisch eingefrorenen Finger bei der Aktion wieder etwas besser durchblutet.

Nun ja, bei Ausflügen mit Kindern, bei denen das Wetter nicht wie erhofft, die Tour nicht so schön, es keinen Kaiserschmarrn auf der Hütte gab, sagt man in solchen Fällen: „Aber wenigstens waren wir ein bisschen draußen an der frischen Luft!“

Dohle an Seil

Dohle an Seil

Für den nächsten Tag und das bombige Wetter hatten wir uns eine schöne Route am Rosskopf ausgesucht. Morgens beim Aufstehen, sah es auch prächtig aus. Das änderte sich aber, bis wir mit dem Frühstück fertig waren und die Hütte verließen. Da ich – wie am Vortag schon gemerkt und auch schon Warm up Cool down – bei kalten Temperaturen sehr (!!!) leicht friere, disponierten wir um und planten kürzere Routen an der Rotspitze. Man kann ja nicht behaupten, dass ich zu wenig angehabt hätte! Sogar eine lange Unterhose zierte meine Beine unter der zu testenden Hose von Fifty five***. Und obenrum war ich natürlich im Zwiebellook unterwegs. Nach etwa 45 Minuten Zustieg und dem Anlegen des Gurtes und der Sortierung

aller weiterer Utensilien waren meine Finger allesamt abgestorben, meine Zehen ebenso und es schüttelte mich vor Kälte. An klettern war nicht mehr zu denken. Im weiteren Verlauf hofften wir auf die Kraft der Sonne, die den Nebel und die Wolken wegschmelzen sollte, wurden aber enttäuscht. Nur den Dohlen schien das alles nichts auszumachen. Vergnügt und neugierig kamen sie näher und näher und brotzeitelten mit uns.

Herbst über dem Achensee

Herbst über dem Achensee

Fazit: Klettern am Fels nur wenn es mindestens 18°C hat. Drunter mach ich’s nicht mehr. Aber das Rofan ist wunderschön, der Blick auf den Achensee betörend und ich war sicher nicht zum letzten Mal dort.

Hose im Test

Hose im Test

*MIT Kindern kann man im Rofan auch klettern gehen. Es gibt ein paar schöne Kletterfelsen, an denen auch kleine Abenteurer probieren können!

**Fifty Five hatte mir eine Wanderhose zum Testen zur Verfügung gestellt. Eigentlich sollte dieser Test im August stattfinden bei der Überschreitung der Teufelshörner im Berchtesgadener Land, doch leider war die Hose in der passenden Größe nicht rechtzeitig zur Tour vor Ort.

*** Bei Temperaturen von unter 10 Grad ist die Hose für mich definitiv zu kühl. Für angenehm warme Herbst und Frühlingstage eignet sie sich aber gut. Schön sind die vielen Taschen – schade ist, dass sie keinen Elasthananteil enthält, der sie etwas „beweglicher“ macht. Bei „normalen“ Bergwanderungen sollte das aber ausreichend sein.

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