Sommerrodelbahn – Autsch!    

Allgemein, Kinder, Service | 6 Meinungen

Was gibt es für Kinder schöneres, als auf das langweilige Runterlaufen vom Berg verzichten zu können und dafür im Sausewind auf einer Sommerrodelbahn ins Tal zu gleiten! Das dachte ich auch – und gönnte meinen Kindern das Vergnügen.

„Beim nächsten Mal besser aufpassen!“

Doch die Sommerrodelbahn am Schliersberg wird uns leider lange im Gedächtnis bleiben. Bei der Fahrt zusammen mit meiner Tochter bei angemessenem Tempo, verloren wir einen Moment das Gleichgewicht – der Schlitten schwimmt teilweise recht lose in der Bahn – und kippten um. Gebremst haben wir beide mit unserer Haut auf der Plastikbahn. Autsch!

1 Schürfwunde von vielen…

Die Folge: großflächige Abschürfungen und Verbrennungen, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Eine Woche konnte Valentina nicht in den Kindergarten, weil die Schmerzen zu groß und Infektionsgefahr gegeben war. Und was meinten die Betreiber dazu? „Na da müssen Sie eben beim nächsten Mal besser aufpassen!“ Vielen Dank für das Verständnis, bleibt mir als Mutter dazu zu sagen. Gut, sie haben sich für diese unangemessene Reaktion entschuldigt (und uns eine Freifahrt angeboten!!!), aber erst, als sie die Bilder der Verletzungen gesehen haben.
Sicherlich passiert nicht bei jeder Bahn und bei jeder Fahrt so ein Unfall. Doch vielleicht sollten Sie als Eltern zukünftig im Hinterkopf haben, dass das Vergnügen doch auch gedämpft werden kann.

Da lobe ich mir doch einen Urlaub mit Esel! Zwar gab es die schlimmsten Vorstellungen, was dabei alles passieren könnte, doch solche Verletzungen gabe es nicht. Es gab eigentlich gar keine Verletzungen!

Meinungen (6)

  1. Kathrin Husel

    Uns ist vergangenen Sonntag am Schliersee bei genau dieser Bahn das gleiche passiert. Wir waren auch nicht schnell und sind gekippt. Meine Tochter hat es böse genau in der Achselbeuge erwischt. Laut Kinderarzt eine Verbennung 2. Grades. Sie hat auch starke Schmerzen, kann den Arm kaum bewegen.
    Die Bahn gehört wirklich geschlossen. Sie ist schon sehr alt und viel zu steil und die Kurven viel zu eng. Wir sind sie auch nur gefahren weil der Alpenroller kaputt war und wir diesen den Kindern bei Aufstieg ständig versprochen haben.

    • Liebe Kathrin,
      das tut mir sehr leid. Ich hoffe, deiner Tochter geht es bald wieder besser. Ich habe inzwischen von vielen kleineren und größeren Unfällen der Bahn gehört. Für mich steht daher fest, dass ich jeden vor der Sommerrodelbahn am Schliersberg warne und dort selbst nie wieder hinfahren werde. Vielleicht sollte man mal den TÜV darauf aufmerksam machen? Ich weiß nicht, wie die Prüfung bei solchen Bahnen abläuft…
      Trotz allem wünsche ich euch vor allem schnelle Heilung und möglichst wenig Schmerzen.
      Viele Grüße
      Christine

  2. Manfred Dehnell

    Leider müssen wir die schlechten Erfahrungen von Fam. Husel oder anderen Betroffenen in diesem Jahr bestätigen.
    Auch unsere Tochter und Enkeltochter wurden bei der Abfahrt im Juli 2016 durch schwere Verbrennungen verletzt. Das Landratsamt Miesbach verwies uns an die zuständige Sicherheitsbehörde, den Markt Schliersee. Doch denen sind die Hände gebunden, da sich die Anlage in Privatbesitz ist. Der Betreiber Herr Bauer, hat auch uns als „Wiedergutmachung“ eine Freifahrt angeboten. Die Bahn würde angeblich regelmäßig vom TÜV überprüft und auch Sichtkontrollen würden täglich durchgeführt.
    Auf Nachfragen beim TÜV Süd bestätigte uns die Mitarbeiterin, dass dieser nicht zuständig ist und eine Prüfung durch Vorfinanzierung durch den Beauftragenden erfolgen müsse.
    Auch aus unserer Sicht gehört diese Sommerrodelbahn, oder vom Betreiber als Sportbahn bezeichnet, in diesem Zustand sofort geschlossen.
    Wenn man im Internet recherchiert, findet man bereits mehrere Jahre alte Warnungen und Informationen über schwere Verletzungen durch Verbrennungen.
    Wann endlich wird sich hier jemand der Angelegenheit annehmen oder muss erst noch schlimmeres passieren, damit nachhaltig etwas unternommen wird?
    Im Übrigen sind auch die anderen Anlagen auf der Schliersbergalm wie die Tramboline und das Ballhäuschen in einem äußerst desolaten Zustand, obwohl dafür sogar Eintritt verlangt wird.

    Viel Grüße Manfred Dehnell

    • Hallo Herr Dehnell,
      ja, es ist wirklich traurig, dass niemand reagiert, niemand „zuständig“ ist. Leider findet sich die Schliersbergalm und ihre „Attraktionen“ auch noch immer in vielen Büchern und auf Internetseiten mit Ausflugstipps. Da schreibt häufig jeder von jedem ab. Vielleicht wäre es zielführend, (auch) die Autoren der Bücher zu kontaktieren, damit für diese Bahn zukünftig keine Empfehlung mehr ausgesprochen wird.
      Ich wünsche Ihrer Tochter und der Enkeltochter gute Besserung!
      Viele Grüße
      Christine Hutterer

  3. Philipp Reinhardt

    Mich hat es auch „erwischt“. Gleich in der zweiten Kurve bin ich aus dem Bob gefallen und habe mir an Armen und Beinen Verbrennungen bis 2. Grades zugezogen. Die Fahrbahnrinne ist viel zu klein und zu steil. Die Arme und Beine von der Bande fernzuhalten bzw. im Bob zu bleiben ist nahezu ausgeschlossen. Das Problem ist dem Betreiber auch bekannt indem er per Schild auf die Gefahr von Verbrennungen mit kurzer Hose und T-Shirt hinweist. Dies alleine reicht jedoch keinesfalls aus um die Sicherheit der Fahrgäste zu gewährleisten. Täglich verletzen sich dort mehrere Personen teils schwer. Die Apotheken in der Stadt haben täglich mehrere Personen zu versorgen. Den Einheimischen ist die Gefahr bekannt und warnen vor dieser Bahn. Die Hotelbesitzerin wünscht sich schon seit langem die Schließung der Bahn, weil immer wieder Gäste mit Verletzungen zu versorgen sind. Auch aus unserer Gruppe haben sich fünf Personen Verbrennungen zugezogen. Man könnte sich an das Ende der Bahn stellen und die zig verletzen jeden Tag zählen. Darunter auch viele Kinder, denn die Bahn ist ab 8 Jahren! zugelassen. Das ist schrecklich. Dieser Umstand ist also auch dem Bahnbetreiber bekannt. Der verweist auf Eigenverantwortung und den Tüv der die Bahn abgenommen hat. Wie der TÜV diese Bahn als sicher einstufen kann ist mir ein Rätsel. Ich denke da gibt es wohl persönliche Beziehungen. Anders kann ich mir das nicht vorstellen. Hier geht Geld vor Sicherheit der Gäste. Im Prinzip weiß der Betreiber, dass sich jeden Tag viele Gäste schlimme Verbrennungen zuziehen werden und lässt dies einfach geschehen. Meiner Meinung nach ist die Bahn nicht betriebssicher. Die Nutzung der Bahn dürfte mit kurzer Kleidung nicht erlaubt sein, sondern ausschlielich mit langer Kleidung um die Verbrennungen zu verhindern. Ein Anbringen eines Schildes reicht nicht aus um die Sorgfaltspflicht zu gewährleisten, gemessen an der Häufigkeit und der Schwere der Verletzungen.

    Vor Gericht stehen die Aussagen des Betreibers: TüV-abnahme, Eigenverantwortung und Schilder angebracht, gegen Sorgfaltspflichtverletzung wegen fehlender Betriebssicherheit bzw Unsichere Bahn, Fehlende Maßnahmen zur Vermeidung von Verletzungen der Gäste gegenüber.

    Gerade in Hinblick auf die vielen Verletzten, vor allem den Kindern, muss ein Gericht einer Klage stattgeben. Oder werden immer weitere Verletzungen gebilligt? Schwierig macht eine Klage leider das TÜV-Siegel. Die Verantwortlichen sollten sich schämen!

    Ohne Rechtsschutzversicherung dem nötigen Kleingeld und der Nerven ist eine Klage leider schwierig.
    Ich hoffe es bringt jemanden den Mut auf und geht den langen Weg der Justiz. Zukünftige Gäste werden es danken.

    • Lieber Herr Reinhardt,

      Sie haben recht – es wäre das Beste, wenn die Bahn geschlossen würde. Ich rate jedem in meinem Umfeld davon ab, diese Bahn zu benutzen. Aber wie auch Sie bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ein rechtliches Vorgehen schwierig ist. Eventuell könnte über die lokale (damit schließe ich München mit ein) Presse eher etwas erreicht werden. Aber den Aufwand muss man auch erstmal treiben. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall gute Besserung!

      Beste Grüße
      Christine Hutterer

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