Wandern – virtuell | Blogwichtel 2015    

Allgemein | 0 Meinung

ttbw_buttonWandern – für viele gibt es nichts schöneres, als draußen in der Natur unterwegs zu sein, mit Unwägbarkeiten zurecht zu kommen und sich den Gewalten der Natur (naja, manchmal sind es auch nur Launen) auszusetzen. Doch viele andere Menschen können damit nur wenig anfangen. Sie haben andere Vorlieben. Macht ja nix 😉 Wer trotzdem mitreden möchte, sollte hier unbedingt weiterlesen, denn wie wäre es, eine abenteuerliche Wanderung (mit oder ohne Esel) als Computerspiel zu erleben?

Meine lliebe Kollegin Kerstin Fricke – Expertin für Computerspiele – hat sich im Rahmen der diesjährigen Blogwichtelei des Netzwerks Texttreff dazu Gedanken gemacht. Beim Blogwichteln wird aus einem Lostopf mit willigen Bloggern ausgelost, für wen ein Artikel geschrieben wird. Analog zu den meisten Wichtel-Aktivitäten landauf landab, findet das Blogwichteln traditionell in der Weihnachtszeit statt.

Aber nun taucht ein in das Computerspiel…

Wandern – The Game

Der erste Schritt ist wie bei fast jedem Computerspiel: Ich bastele mir einen Charakter. Männlich oder weiblich, groß, klein, dick, dünn, Gesichtsfeintuning, Haarfarbe usw. Sobald ich zufrieden bin und meinem Charakter einen Namen gegeben habe, kann es losgehen.

Der Anfang: Wie üblich beginnt mein kleiner Charakter auf Level 1 in einem kleinen Dorf. Er kann nichts und hat nichts, und das muss sich natürlich ändern, denn das große Ziel dieses Spiels ist es, sich Ausrüstung zu besorgen und die große Wanderung anzugehen.

Also mache ich mich auf, besuche die Dorfbewohner und versuche, einige Questen an Land zu ziehen. Bauer Harding hat ein Rattenproblem, und die Tierchen sind glücklicherweise nicht so zäh, dass ich sie mit bloßen Händen erledigen kann. Freundlicherweise droppen sie dabei auch noch Rattenfell, das ich in mein Inventar stecke. Vom Bauern bekomme ich zur Belohnung etwas Handgeld.

Weiter geht’s zum Schäfer Otto. Sein Lieblingsschaf ist entlaufen, und ich soll es wiederfinden. Na, dann mache ich mich mal auf die Suche. Nach kurzer Zeit habe ich den Ausreißer wieder eingefangen, und der Schäfer schenkt mir als Dank seinen Schäferstock. Hui, den kann man bestimmt auch gut als Wanderstock einsetzen.

Auf geht‘s zum nächsten Haus. Auch der Schneider hat ein Problem (irgendwie scheint das hier im Dorf an der Tagesordnung zu sein ;)) und bittet mich, ihm eine bestimmte Pflanze zu besorgen, die er zum Färben eines Stoffes braucht. Ich verspreche, mich danach umzusehen und dann wiederzukommen.

Zwischendurch kehre ich in der Taverne ein, um mich zu stärken, und erfahre, dass einer der Gäste seit einigen Tagen vermisst wird. Ob ich nicht vielleicht …? Na gut, auch diesen Auftrag nehme ich an. Noch während des Essens tritt Bauer Trimm an meinen Tisch. In der Nähe seines Hofes treibt sich ein Untier herum und reißt seine Hühner. Er bittet mich inständig um Hilfe. Das ist doch Ehrensache!

Ich mache mich auf den Weg zum Bauernhof (huch, da liegt ja eine Zunderbüchse im Gras, die stecke ich doch gleich mal ein!), gehe aber zuvor noch zur Schmiede, denn mit einem Untier will ich mich nicht unbewaffnet anlegen. Der Schmied verkauft mir ein einfaches Schwert (etwas Besseres kann ich mir noch nicht leisten) und bittet mich, dem Bauern auch gleich eine Schaufel mitzunehmen, dann kann er sich den Weg sparen. Es soll sich auch für mich lohnen!

Beim Bauern angekommen, übergebe ich ihm die Schaufel, suche dann die Fährte des Tiers und stelle es, um es in einem heldenhaften Kampf zu erledigen, der mich ziemlich mitgenommen hat. Aber das gibt Erfahrungspunkte – und die kann ich in Ausdauer und Gesundheit investieren, denn das brauche ich später bei meiner Wanderung. Als Dank bietet mir der Bauer an, entweder eines seiner Hühner mitzunehmen oder einen Rucksack, den er noch aus seiner Jugend aufbewahrt hat, aber nicht mehr gebrauchen kann. Letzteres nehme ich doch gerne an.

Überdies habe ich bei der Suche nach dem Untier auch noch die seltene Pflanze entdeckt, die der Schneider haben wollte, und natürlich eingesteckt. Also auf zurück ins Dorf! Aber was ist denn das? Ein Stück fernab des Weges ist ein Stöhnen zu hören. Vorsichtig pirsche ich mich heran. Aus der Nähe sehe ich, dass dort ein Mann auf der Seite liegt, der sich anscheinend verletzt hat. Ich eile zu ihm, helfe ihm auf und bringe ihn ins Dorf. In der Taverne stellt sich heraus, dass es sich um den verschwundenen Gast handelt, und alle sind überglücklich. Der Schankwirt verspricht mir ein Proviantpaket nebst Wasserschlauch, das ich vor meinem Aufbruch bei ihm abholen kann, und der Verletzte schenkt mir seine Karte der Gegend, die ich für die Wanderung perfekt gebrauchen kann.

So, nun noch schnell zum Schneider, dem ich die Pflanze übergebe und der mir dafür aus dem Rattenfell einen robusten Umhang anfertigt. Auch dem Schmied statte ich einen Besuch ab, und er dankt mir und schenkt mir ein Paar robuste Schuhe, die ein anderer Reisender bei ihm gegen eine Waffe eingetauscht hat (ob der dann barfuß weiterlaufen musste, will ich lieber gar nicht wissen).

Dank meiner erfüllten Aufträge und Kämpfe habe ich ein paar Level hinzugewonnen und ziehe Bilanz:

  • Ausreichend Gesundheit und Ausdauer? Check
  • Robustes Schuhwerk? Check
  • Regenfeste Kleidung? Check
  • Wanderstock? Check
  • Rucksack? Check
  • Proviant und Wasser? Check
  • Zunderbüchse und Messer? Check
  • Wanderkarte? Check

Na, dann kann es ja losgehen! 🙂

 

Zur Autorin: Kerstin Fricke lebt und arbeitet seit 2009 in Berlin, wo sie Bücher, Comics, Apps und Computer-/Videospiele übersetzt und lektoriert und somit ihre Hobbys zu ihrem Beruf gemacht hat. Daher sitzt sie meist vor dem Rechner und treibt sich oft im Internet herum, wo sie auf ihrer Webseite www.kf-uebersetzungen.de von neu erschienenen Werken berichtet und auf pbcat.wordpress.com aus ihrem Arbeitsalltag plaudert und allerlei Nerdkram postet.

Schreiben Sie Ihre Meinung

*